Die vielen Gesichter einer chronischen Erschöpfung

Stress, Depressionen, chronische Erschöpfung oder Burn Out. Letztendlich ist es egal wie wir das Krankheitsbild nennen. Viel wichtiger ist die Symptome zu erkennen und ganzheitlich, schnell zu behandeln anstatt nur mit Psychopharmaka zu unterdrücken.

Das Krankheitsbild hat viele verschiedene Symptome, mancher Patient weist nur eines der Symptome auf, andere gleich eine ganze Reihe. Wenn die Symptome über lange Zeit unbehandelt bleiben dann führt dies zu ernsthaften psychischen und physischen Erkrankungen.

Folgende länger andauernden Symptome geben einen Hinweis:

Zwänge, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Unausgeglichenheit, Launenhaftigkeit, Ängste, das Gefühl der Überforderung, Stimmungsschwankungen, Müdigkeit, Gereiztheit.

Halten diese Symptome länger an führt dies zu Depressionen, Bluthochdruck, Arteriosklerose bis hin zu Herzinfarkt. Ein Antidepressiva bringt in den meisten Fällen keine Heilung, im besten Fall eine Linderung und sollte nur kurzzeitig eingesetzt werden. Viel wichtiger ist es hier den Mikronährstoffhaushalt zu untersuchen mit den wichtigen Faktoren B-Vitamine, Magnesium und Aminosäuren. Die Aminosäure Tryptophan sei hier besonders erwähnt, da dies die Vorstufe des „Wohlfühlhormones“ Serotonin ist.

Um den Grad des „Stress“ festzustellen sollte eine Hormonuntersuchung gemacht werden, bei der die Neurotransmitter und Stresshormone untersucht werden. Dadurch erhalten wir eine Aussage darüber, ob der Körper mit dem Stress noch umgehen kann oder die Nebenniere schon völlig erschöpft ist und nicht mehr genügend Hormone produziert. Hier bedarf es jedoch einer Untersuchung aus dem Speichel, bei der mehrmals täglich Speichel in spezielle Röhrchen abgegeben wird um somit auch ein aussagekräftiges Hormon-Tagesprofil zu erhalten.

Auch der Darm spielt eine große Rolle bei jeglicher Art von Erschöpfungssyndromen. Hier gilt es mittels Stuhlprobe zu überprüfen, ob eine Dysbiose (Fehlbesiedelung) vorliegt, eventuell eine Hefe- oder Schimmelpilzbelastung vorhanden ist, der pH-Wert in einem falschen (viel zu basischen Bereich) ist,  ob es eine entzündliche Veränderung der Darmschleimhaut oder ein Leaky Gut Syndrom gibt. Dies alles führt dazu dass zum einen Nährstoffe nicht mehr optimal aufgenommen und verstoffwechselt werden, dass viele Toxine und Zellgifte wie Ammoniak oder Schwefelwasserstoff anfallen, die in den Blutkreislauf gelangen und die Leber belasten. Liegt ein Leaky Gut Syndrom vor bedeutet dies dass der Darm, mehr als für die physiologische Diversion, durchlässig ist. Somit gelangen verschiedene Stoffe aus dem Darm in den Blutkreislauf, die dort nicht hingehören und das Immunsystem dauerhaft belasten, überlasten und erschöpfen. Daraus kann sich eine Immunschwäche oder eine Autoimmunerkrankung entwickeln. Die B-Vitamine, sowie das Vitamin K werden nicht mehr ausreichend produziert und somit werden viele wichtige Stoffwechselfunktionen verlangsamt und können nicht mehr ausreichend ablaufen.

Dies alles führt zu einer chronischen Erschöpfung. Deshalb sollten diese Faktoren immer zuerst untersucht und ausgeschaltet werden anstatt sofort und viel zu schnell zu Psychopharmaka gegriffen wird. Diese haben Ihre Berechtigung und sind wichtige Medikamente wenn sie dort und dann eingesetzt werden, wo sie schnell und kurzfristig den Patient aus einer „Notsituation“ herausholen können. Aber spätestens dann sollte untersucht werden was fehlt denn auf zellulärer Ebene, wo kann schnell aufgefüllt werden, wo kann ein Ausgleich oder der Alltag etwas entstresst werden. Wenn sich ein Patient aus einer Erschöpfung oder einem Burn Out oder einer Depression vollständig erholen soll, dann muss dies immer ganzheitlich behandelt werden.

Je nach Untersuchungsergebniss gibt es verschiedene Stufen der Behandlung:

Die 1. Stufe ist je nach Laborwerten eine Initialbehandlung um den so gut wie immer messbar erniedrigten Serotoninspiegel zu erhöhen.

In der 2. Stufe findet dann die Darmsanierung (falls notwendig statt)

Die 3. Stufe beinhaltet das Auffüllen der Mikronährstoffe, die für die mitochondriale Funktion notwendig sind.

Die 4. Stufe ist die Dauertherapie. Hier werden die Aminosäuren, Vitamine und Mikronährstoffe auf eine Erhaltungsdosis eingestellt um somit zu gewährleisten, dass der Patient auf Dauer gut versorgt ist und auch anstrengende, stressige Zeiten ohne Defizite und Störungen sehr gut aushält.

Wir erstellen für jeden Patienten ein individuelles Behandlungskonzept mit verschiedenen Behandlungs- und Therapieansätzen, die auch verschiedene sportliche Tätigkeiten, Entspannungsmethoden und Achtsamkeitstraining beinhalten. Denn eines bringt die heutige Zeit leider mit sich, dass Stress und negative Einflüsse  unvermeidbar sind, wichtig ist ein bewusster, entspannter und ausgeglichener Umgang mit diesen „Stör“-Faktoren.

 

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