„Leaky Gut“ oder die durchlässige Darmschleimhaut

Ein gesunder Darm bietet die größte abgegrenzte Fläche in unser Körperinneres – mehr Fläche als die Haut, somit ein wichtiger notwendiger Schutz nach Innen. Die Epithelzellen bilden diesen „Schutzwall“, indem diese dicht an dicht aneinander gereiht sind und durch die sogenannten „Tight Junctions“ (stellen Sie sich hier Gummibänder oder Klebebänder vor, die die Zellen eng zusammen halten) – Bänder aus einem Membranprotein, zusammen gehalten werden. Darauf aufgelagert befindet sich der Mucus, die Schleimschicht, die von Bakterien besiedelt ist und letztendlich die Barriere und den Schutz zwischen dem Außen und dem Körperinneren bildet.

Verschiedene Medikamente, z.Bsp.: Aspirin, Antibiotika, Chemotherapeutika, Schmerzmittel,…. können ein Leaky Gut auslösen, indem sie die Darmwand öffnen. Genauso zuviel freie Sauerstoffradikale oder auch Schwermetalle wie Blei, Quecksilber oder Cadmium. Genussgifte wie Alkohol und Nikotin regelmäßig eingenommen sorgen ebenfalls dafür dass die Darmwand sich öffnet. Jedoch auch Fehlernährung und zu viel negativer Stress – „Distress“.

Ist dies passiert und die Darmwand durchlässig ist, kann nicht mehr kontrolliert werden, welche Stoffe nach außen gelangen dürfen und welche nicht. Es findet ein unkontrollierter, chaotischer Stoffaustausch in unserem Körper statt. Unser Immunsystem wird ständig mit Antigenen konfrontiert und ist dadurch immer in Aktion, was zu stillen, ständigen Entzündungen führt (Silent Inflamation). Diese stillen Entzündungen sind nachweislich an der Entstehung vieler chronischer und schwerwiegender Erkrankungen ursächlich beteiligt und über das Blutbild nicht nachzuweisen. Dies kann nur durch die Stuhldiagnostik nachgewiesen werden, indem ganz bestimmte Marker bestimmt werden.

Dies soll hier nur ein Beispiel für die Wichtigkeit der Stuhldiagnostik sein. Mittlerweile ist die Diagnostik der Stuhluntersuchungen so weit fortgeschritten und so wichtig, dass es Forschern erstmals gelungen ist eine Parkinson Erkrankung in der Darmschleimhaut zu diagnostizieren. Dies zeigt eindeutig die Wichtigkeit des Darmes, der Darmflora, der richtigen Besiedelung und der Untrennbarkeit des Darms mit all unseren anderen Organen einschließlich des Gehirns, denn hier wäre nochmal besonders auf die Darm-Hirn-Achse hinzuweisen.

Aus diesem Grunde wird bei uns der Darm in die Diagnostik fast ausnahmslos mit einbezogen und viele Erkrankungen über den Darm erfolgreich therapiert.

Wenn Sie das Thema Darm genauso spannend finden wie wir und sich mehr dafür interessieren, oder Ihre Beschwerden vielleicht jetzt in einem ganz anderen Zusammenhang sehen helfen wir Ihnen gerne weiter.

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