Vollwert-Ernährung

Bestimmt haben Sie schon oft darüber gelesen und dies als Empfehlung gehört, aber haben Sie sich auch schon mal Gedanken darüber gemacht was genau denn mit Vollwert – Ernährung gemeint ist? Denn Vollwert Ernährung meint weit aus mehr als Vollkorn-Getreide zu essen.

Mit Vollwert-Ernährung meint man grundsätzlich eine Ernährung, bei der unser Körper die Nahrung die wir ihm zuführen möglichst vollkommen ausschöpfen kann. Das heißt es sollten Nahrungsmittel sein die gesundheitsförderlich sind einen hohen Anteil an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen haben und dann im besten Fall so schmackhaft zubereitet werden -und das auf eine möglichst schonende Weise- dass Sie gerne und häufig verzehrt werden.

Die Empfehlungen der Vollwert-Ernährung sind allgemein gehalten und daher gibt es keine dogmatischen Vorgaben, somit ist es für jeden durchführbar. Grundsätzlich gilt es den Anteil der pflanzlichen Nahrungsmittel sehr hoch zu halten. Es stehen unendlich viele Gemüsesorten zur Auswahl. Diese zubereitet mit gesunden Ölen, wie Olivenöl, Leinöl, Kokosöl, Walnusöl lässt Ihnen die Möglichkeit die Gemüsesorten auf vielfältige Art und Weise immer wieder anders zuzubereiten. Bei den Getreidearten sollte auf Weizen gänzlich verzichtet werden und immer wieder anderes Getreide verzehrt werden, so reduzieren Sie das Risiko einer Allergie. Auch hier haben wir heute wieder die Möglichkeit auf viele „alten“ Getreidesorten auszuweichen, wie Emmer, Einkorn und Kamut oder auf „Pseudogetreide“ wie Quinoa, Hirse und Amaranth.

Sicher ist, dass bei dieser Art der Ernährung der Vitamin-, Mineralstoff- und Ballaststoffgehalt automatisch ansteigt, ebenso wie der Anteil der sekundären Pflanzenstoffe.

Das Risiko an einer ernährungsbedingten Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes Typ 2 zu erkranken sinkt deutlich und Studien beweisen, dass ein hoher Gemüse- und Obstanteil vor kardiovaskulären Erkrankungen und vor Krebserkrankungen schützen kann. Der deutlichste Schutzeffekt tritt gegenüber Magen-, Darm- und Lungenkrebs ein.

Die Phytoöstrogene in den sekundären Pflanzenstoffen senken den Blutdruck, indem sie die Blutgefäße erweitern. Sie stärken das Immunsystem und schützen uns dadurch vor Erkrankungen.

Der andere große Aspekt der Vollwert-Ernährung ist jedoch auch die Nachhaltigkeit, den Klimaschutz und die Ressourcen zu schonen. Deshalb lautet die Empfehlung Fleisch nur 1 x pro Woche und aus artgerechter Biohaltung. 18% der globalen Treibhausgase entstehen bei der Tierhaltung, besonders bei Rinder und Schafen. Bei der Verdauung der Wiederkäuer entsteht Methan, dies schadet dem Klima 25 mal mehr als Kohlendioxid. Des Weiteren bringt die Massentierhaltung auch das Problem der Gülle und des großen Ackerlandverbrauchs mit sich. Große Flächen von Regenwald werden abgeholzt um dort Soja für die Tierfütterung anzubauen. Die Wasserressourcen werden verbraucht, weil zur Produktion für 1 kg Fleisch zigfach mehr Wasser benötigt wird als für 1 kg Getreide. Das Soja wird gentechnisch verändert um noch mehr Ertrag zu erhalten – und niemand kann die Spätfolgen für die menschliche DNA durch die gentechnisch veränderten Nahrungsmittel wirklich abschätzen. Vom Leid der Tiere in der Massentierhaltung und der Quälerei während des Transportes und in den Schlachtfabriken möchte ich hier gar nicht reden, wer sich jedoch dafür interessiert dem empfehle ich auf You Tube das Video „Hope for all“, ein sehr schöner Film der sowohl die gesundheitlichen Vorteile einer tierfreien Ernährung als auch die Problematik der Tierhaltung zeigt.

Somit schlagen Sie beim Verzicht von Wurstprodukten und Fleisch gleich 2 Fliegen mit einer Klappe, Sie schonen Ihre Gesundheit und die Umwelt, somit tragen Sie einen Teil zur Erhaltung der Erde für die nachfolgenden Generationen (ihre Enkel oder Urenkel) bei.

Mit Fisch sieht es ähnlich aus, auch diesen sollten Sie nicht allzu oft verzehren, da zum Einen die Meere völlig überfischt sind und dadurch das ökologische Gleichgewicht durcheinander kommt, zum anderen sind die Fische sehr stark mit Schwermetall (Quecksilber) belastet, die Zuchtfische wiederum sehr stark mit Antibiotika. Am besten sind Fische aus Wildfang und fließenden Gewässern.

Wenn Sie schon beim Einkaufen die Ressourcen schonen möchten, dann sollten Sie so oft wie nur irgendwie möglich, unverpackte Nahrungsmittel kaufen. Verzichten Sie auf Gemüse, welches in Plastik abgepackt ist. Für die Herstellung und Entsorgung dieser Verpackungen wird viel Energie aufgewendet. Wenn Sie regional und saisonal einkaufen, vermeiden Sie viele energieaufwendige Transporte durch Schiffe und Flugzeuge. Kaufen Sie kleine Mengen ein, die Sie täglich verbrauchen, oder machen Sie sich einen „Speiseplan“ für ein paar Tage und kaufen danach ein. Somit fallen weniger Lebensmittelabfälle an und die Kosten für Nahrungsmittel werden gesenkt. Und wenn Sie beim Einkaufen von Nahrungsmittel wie Kaffee, Bananen und Kakao auf Fair-Trade-Siegel achten dann verhindern Sie die Ausbeutung der Kleinbauern und Kinderarbeit, sowie unsoziale Arbeitsbedingungen.

Sie sehen Vollwert-Ernährung ist weitaus mehr als auf Vollkorn Produkte auszuweichen. Es ist ein Prozess, ein Umdenken, eine Lebenseinstellung. Dies bezahlt sich aber auf vielfältige Weise aus, es tut der Gesundheit gut, es erspart Kosten, wenn Sie auf unverarbeitete, saisonale, regionale Lebensmittel zurückgreifen (natürlich dürfen und sollen auch Ausnahmen möglich sein – kein Dogma!!!), es erhält unseren Kinder, Enkel und Urenkel vielleicht doch noch eine einigermaßen lebenswerte Umwelt.

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